Die rituelle Einkleidung
in die Leichentücher (Kafan)
Die Einkleidung in das islamische Leichentuch ist ein wichtiger Bestandteil der islamischen Bestattung und erfolgt unmittelbar nach Vollendung der rituellen Waschung.
Einleitung
Die Einkleidung eines verstorbenen Muslims bzw. einer verstorbenen Muslima in das islamische Leichentuch ist ebenfalls wie die rituelle Waschung eine kollektive Verpflichtung für diejenigen Muslime, die in der Lage sind, diese durchzuführen.
Sie wird unmittelbar nach Vollendung der rituellen Waschung verrichtet. Da sie ebenfalls zu den Gottesdiensten zählt, muss man sich bei der Verrichtungsweise an die im Koran und in den Überlieferungen genannten Vorschriften orientieren.
Im Folgenden finden Sie wichtige Aspekte, die bei der rituellen Einkleidung beachtet werden sollten.
Würde, Reinheit und die richtige Absicht
Würdevoller Umgang
Der Geist der verstorbenen Person ist anwesend und nimmt alles wahr. Sie muss wie ein lebendiger Mensch behandelt werden. Es sollten nur die engsten Verwandten den Waschraum betreten. Man sollte nichts tun, was dem Körper zusetzen oder schaden würde, wie z. B. das trockene und schnelle Abziehen von Pflastern oder festes Drücken der Körperglieder.
Durchführung durch einen Muslim bzw. eine Muslima
Die Einkleidung eines bzw. einer Verstorbenen muss von einer muslimischen Person durchgeführt werden.
Die Absicht (Niyya)
Die Einkleidung in die Leichentücher ist ein Gottesdienst (Ibada). Demzufolge muss die Absicht für die Verrichtung dieser Handlung die Ausführung des göttlichen Befehls und die damit verbundene Annäherung an Gott sein.
Tücher aus Baumwolle
Laut einigen Rechtsschulen ist es empfohlen, Tücher aus Baumwolle zu verwenden.
Reine und halal-erworbene Tücher
Die Tücher müssen rituell rein (taher) sein. Des Weiteren müssen sie auf eine erlaubte Art und Weise erworben sein. Tücher, welche rituell unrein (najes) sind oder widerrechtlich angeeignet wurden (ghasbi), sind für eine religionsrechtlich gültige Einkleidung des Verstorbenen nicht zulässig.
Undurchsichtige Tücher
Die Tücher müssen dementsprechend beschaffen sein, dass man nach der Einkleidung die Haut des bzw. der Verstorbenen nicht mehr erkennen kann.
Anzahl und Größe der Tücher
Es müssen mindestens drei Tücher verwendet werden. Bezüglich der Länge der Tücher wählt man eine Länge, die den gesamten Körper des bzw. der Verstorbenen bedeckt. Die Standardgröße beträgt 1,60 m × 2,40 m.
Die islamische Einkleidung in das Leichentuch (Takfin) nach der Sunna des Propheten (sas.)
Vorbereitung der Leichentücher
Zunächst breitet man die drei Tücher übereinander auf dem Tisch aus.
Wichtig ist hierbei: Die drei Schleifen, die man am Ende um den Körper bindet, müssen bereits vorher unter den Tüchern platziert werden.
Auflegen des Verstorbenen
Nun legt man die verstorbene Person auf die vorbereiteten Tücher.
Wichtig: Es wäre besser, das Handtuch, welches während der Waschung zur Bedeckung des Intimbereichs (Sutra) verwendet wurde, durch ein neues, trockenes Handtuch zu ersetzen.
Einkleidung in die Leichentücher
Nun beginnt die eigentliche Einkleidung.
Der Reihe nach bedeckt man zuerst mit dem ersten Tuch die rechte und anschließend die linke Körperhälfte des bzw. der Verstorbenen.
Nach der Einkleidung mit dem ersten Tuch kann die Sutra entfernt werden.
Binden der Schleifen
Zum Schluss bindet man die drei Schleifen.
Bei Bedarf kann man auch mehr als drei Schleifen verwenden.
Wichtig: Die Schleifen sollten nicht zu fest gebunden werden, da man sie bei der Beerdigung wieder öffnen muss.
Hinweis: Die genaue Verrichtungsweise kann sich je nach islamischer Rechtsschule unterscheiden. Die oben dargestellten Angaben entsprechen dem bereitgestellten Inhalt.
Fragen zur rituellen Einkleidung?
Wenn Sie Fragen zum Kafan oder zum Ablauf der islamischen Bestattung haben, beraten wir Sie gerne persönlich und in Ruhe.
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